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Albinismus

Der Name Albinismus rührt vom lateinischen „albus“ her, was „weiß“ bedeutet. Menschen, die von Albinismus betroffen sind, haben eine sehr helle Haut und helle Haare. Die Ursache dafür ist ein Fehlen von Pigmenten und Farbstoffen, die der Haut die individuelle Farbe geben.

Am Auge wirkt sich das Fehlen von Pigmenten am auffälligsten auf die Iris (Regenbogenhaut) aus. Diese verleiht normalerweise die typischen Augenfarben wie braun, grün, grau oder blau. Menschen mit Albinismus weisen eine sehr helle und rötlich durchscheinende Färbung der Iris auf. Ein Blick auf den Augenhintergrund zeigt auch einen Mangel an Farbstoffen im Pigmentepithel, das sich hinter den Sinneszellen befindet. Das führt dazu, dass Licht, das ins Auge fällt, nicht ausreichend absorbiert werden kann. Das Durchscheinen der Iris und die Fehlbildung des Pigmentepithels führen zu den typischen Beeinträchtigungen beim Sehen.

Bei Menschen mit Albinismus treten folgende Beeinträchtigungen beim Sehen sehr häufig auf:

  • Verminderte Sehschärfe auf Grund der mangelnden Entwicklung des zentralen Sehens.
  • Stark erhöhte Blendempfindlichkeit wegen des stärkeren Lichteinfalls durch die Transparenz der Iris und wegen der mangelnden Absorption von Licht im Auge.
  • Augenzittern (Nystagmus) wegen der mangelnden Entwicklung einer zentralen Fixation.

Die Erkrankung wirkt sich von Geburt an gleichbleibend auf das Sehvermögen aus. Eine gezielte Frühförderung kann jedoch zu einer tendenziellen Verbesserung der Sehschärfe beitragen. Durch den Einsatz von Lichtschutzbrillen und Schildkappen wird die Blendung reduziert. Dadurch wird das Repertoire an visuellen Erfahrungen gerade im frühkindlichen Alter erweitert. (vergleiche: Vermeidung von Amblyopie)

Ursache für Albinismus ist eine Erbkrankheit, die autosomal rezessive übertragen wird. Das bedeutet, dass beide Elternteile Träger der Erbkrankheit sind, ohne dass die Erkrankung bei ihnen ausgebrochen ist. Das bedeutet auch, dass Geschwister ebenfalls an Albinisums erkrankt sein oder Erbträger sein können.

Medizinisch lässt sich die Augenerkrankung in der Folge von Albinismus leider nicht beeinflussen.

Um so wichtiger ist der Einsatz von geeigneten Hilfsmitteln. Dazu gehört zunächst ein entsprechender Lichtschutz zur Reduktion von Blendung. Bei der optischen Versorgung haben sich Kantenfilter bewährt. Die Umgebung sollte möglichst blendungsfrei gestaltet werden. Die verminderte Sehschärfe wirkt sich im Nahbereich besonders beim Lesen aus. Individuell ist daher der Einsatz von Lupenbrillen, Bildschirmlesegeräten und einer Vergrößerungssoftware zum Arbeiten am PC zu testen.