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Gebäude: Das BSZ-Tirol

Das Blinden- und Sehbehinderten-Zentrum Tirol ist ein modernes Begegnungs- und Kompetenzzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen.

Am Tag der Sehbehinderung, 6. Juni 2018, feierte der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol: 10 Jahre „Blinden- und Sehbehinderten Zentrum Tirol“.

Das Blinden- und Sehbehinderten-Zentrum Tirol ist ein Vorzeigeprojekt für barrierefreies Bauen. Es ist das erste Gebäude in Österreich, bei dem von der Planung weg die Bedürfnisse blinder und sehbehinderter Menschen möglichst vollständig berücksichtigt wurden.

Erdgeschoss und erster Stock:

Zweiter und dritter Stock:

  • sechs blinden- und sehbehindertengerechte Wohnungen für Betroffene sowie
  • eine Wohngemeinschaft für Betroffene

Dementsprechend ist das Haus auch das Symbol für einen Sinneswandel. Das BSZ-Tirol repräsentiert eine Gesellschaft, in der blinde und sehbehinderte Menschen faire Chancen erhalten.

Eine kleine Gartenfläche, die vom Verkehrslärm durch eine Mauer geschützt wird, ist ebenfalls integrativer Bestandteil des Gebäudes.

Bautechnische Mängel und akuter Raummangel für die ständig steigende Zahl der Klientinnen und Klienten machten 2006 den Abriss des alten Verbandsgebäudes notwendig. Am selben Standort erfolgte im November 2006 der Spatenstich. Der Entwurf des Blinden- und Sehbehinderten-Zentrums stammt von den Innsbrucker Architekten Peter Mayrhofer und Michael Pfleger sowie der Architektin Maria Schneider, welche eine öffentliche Ausschreibung für sich entscheiden konnten. Mithilfe der Stadt Innsbruck, des Landes Tirol, zahlreicher Sponsoren und Spenderinnen bzw. Spendern sowie durch die gute Zusammenarbeit mit dem Architektenteam wurde der Bau dieses Vorzeigeprojektes ermöglicht.

Die selbständige und barrierefreie Orientierung in dem dreigeschossigen Haus für alle Menschen war ein wichtiges Ziel des Gebäudes. Das gesamte Gebäude wurde nach dem Drei-Sinne-Prinzip geplant. Besucherinnen und Besucher finden sich sehend, hörend und tastend zurecht.

Eingefräste Bodenrillen und verschiedene Flächenstrukturen können mit Hilfe eines Blindenstockes gut erfasst werden und bilden ein Leit- und Orientierungssystem. Beschilderungen sind mit kontrastreichen Großbuchstaben ausgeführt und werden durch Blindenschrift und taktile Handlaufinformationen ergänzt. Zusätzlich sind „sprechende Türschilder“ vorhanden. Per Knopfdruck ertönt die Stimme von ORF-Tirol Sprecher Thomas Arbeiter, der über die entsprechenden Räumlichkeiten informiert.

Viel Wert bei der Planung des Gebäudes wurde auf eine gute Beleuchtung gelegt. Gerade sehbehinderte Menschen haben einen erhöhten Lichtbedarf und sind meist sehr blendempfindlich. Sie benötigen daher einen hohen Anteil an Indirektlicht. Reflexionsfreie Bodenoberflächen und die Kontrolle des Tageslichtes durch halbtransparente Sonnenschutzelemente sind ebenfalls von wichtiger Bedeutung. Glasflächen und Stufen wurden sehbehinderten gerecht markiert. Dunkle Türen, die sich stark von den hellen Wänden abheben, machen es möglich, dass sehbehinderte Menschen die Räumlichkeiten leichter finden.

  • Gesamte Nutzfläche: 1750 m²
  • 40% der Nutzfläche für 6 Wohnungen und eine Jugend-WG
  • Kosten: 3,2 Millionen Euro
  • Finanzierung: Land Tirol, Stadt Innsbruck, BSVT, Bausteinaktionärinnen und -aktionäre, Spenderinnen und Spender
  • Bauphase: November 2006 – Eröffnung Juli 2008

Wir beraten, begleiten und fördern blinde und sehbehinderte Tirolerinnen und Tiroler, damit sie ihre individuellen Lebensziele besser erreichen zu können.

Gerne öffnen wir unsere Türen in der Amraser Straße 87 und zeigen Ihnen das Gebäude des BSVT. Bei der ausführlichen Führung erhalten Sie Einblicke in den Alltag blinder und sehbehinderter Menschen. Neben der Hilfsmittelzentrale, der Audio-Braille Bibliothek und den speziellen Räumlichkeiten der Pädagogischen Frühförderung erleben Sie selbst die Annehmlichkeiten der barrierefreien Bauweise. https://www.bsvt.at/leistungen/sensibilisierung/

Der Eingang ins BSZ-Tirol in der Amraser Straße

Das dreistöckige Gebäude

Eine kleine Gartenfläche, die vom Verkehrslärm durch eine Mauer geschützt wird, ist ebenfalls integrativer Bestandteil des Gebäudes

Innenhof, begruent, ueberdachte Terrasse

Unser Haus bietet barrierefreie Seminarräume in unterschiedlichen Größen und mit perfekter technischer Ausstattung an.