Wenn Wasser hörbar wird: Innsbruck bekommt einen begehbaren Klangraum für neue Perspektiven auf Wahrnehmung und Teilhabe
Innsbruck, Mai,
Die Installation „Hörverbindung zur Quelle“ verwandelt eine Telefonzelle in einen öffentlichen Hör-Raum und macht Innsbrucks Trinkwasserquellen über Klang erlebbar
Wie klingt der Ursprung von unserem Trinkwasser? Und was verändert sich, wenn ein Lebensmittel nicht über Bilder, sondern über Geräusche erfahrbar wird? Mit der „Hörverbindung zur Quelle“ entsteht in Innsbruck ein ungewöhnlicher öffentlicher Raum, in dem neun Innsbrucker Wasserquellen als akustische Landschaften erfahrbar werden.
Das inklusive Kunstprojekt von EXPERIMENTAL SETUP (Kata Hinterlechner & Bosko Gastager) wird gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) realisiert. Präsentiert wird die Installation am 2. Juni 2026 nahe der Kneippanlage am Lodenareal am Innufer.
Zwischen Innufer, Verkehrslärm und Spazierwegen wird ein Kunstprojekt umgesetzt, bei dem sich alles um die Akustik eines ganz besonderen Lebensmittels dreht. In der Installation „Hörverbindung zur Quelle“ begibt man sich tief in die Berge rund um Innsbruck und verbindet sich mit den Klangportraits jener neun Wasserquellen, die unsere Trinkwasserversorgung sichern.
Die Installation verschiebt gewohnte Perspektiven: Nicht das Sehen steht im Mittelpunkt, sondern das Hören. Damit eröffnet das Projekt einen Zugang zu den Lebensrealitäten
blinder oder sehbehinderter Menschen, deren Sinneswahrnehmung in besonderem Maß
auf das Hören ausgerichtet ist. Gleichzeitig macht die „Hörverbindung zur Quelle“ bewusst, wie selbstverständlich die lebenswichtige Ressource Wasser im Alltag erscheint – und wie selten wir uns mit ihrem Ursprung beschäftigen.
„Die Installation schafft einen konzentrierten Raum des Zuhörens – eine Einladung, das scheinbar Selbstverständliche neu wahrzunehmen. Im Zentrum steht eine Verschiebung
der Wahrnehmung: Wasser wird nicht nur als physisches Element verstanden, sondern
als akustische Spur von Herkunft, Bewegung und Transformation erfahrbar gemacht. Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Menschen für einen Moment anders wahrnehmen als gewohnt. Wer zuhört, erlebt Wasser nicht mehr als Infrastruktur, sondern als etwas unmittelbar Lebendiges“,
sagen Kata Hinterlechner und Bosko Gastager von EXPERIMENTAL SETUP.
Mag.a Lea Stoll vom BSVT, die das Projekt kuratorisch begleitet, betont die gesellschaftliche Relevanz:
„Gerade im Kontext der Lebensrealitäten blinder oder sehbehinderter Menschen eröffnet die Arbeit einen sensiblen Zugang zu Fragen von Orientierung, Wahrnehmung und Teilhabe – ohne diese erklären oder illustrieren zu wollen.“
Eine ehemalige Telefonzelle wird zu einem Hör-Raum umfunktioniert und mit einer PV-Anlage autark im öffentlichen Raum betrieben. Die Installation ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt.
Die „Hörverbindung zur Quelle“ wird in das Umfeld der laufenden Neugestaltung eines inklusiven Sinnes- und Erlebniswegs in der Reichenau integriert, der gemeinsam von der Stadt Innsbruck, dem Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) sowie dem Behindertenbeirat entwickelt wird. Die Kunstinstallation wird räumlich in dieses Umfeld eingebettet und bildet dort ein akustisches Herzstück, ist zugleich aber ein eigenständiges Projekt.
Gefördert wird das Projekt von der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol. Hauptsponsor sind die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB). Weitere Unterstützung kommt von Innsbruck Tourismus, der Telekom Austria AG, die die ehemalige Telefonzelle kostenlos zur Verfügung gestellt hat, sowie der Span Metallwaren GmbH, die die Pulverbeschichtung der adaptierten Telefonzelle als Sachsponsoring übernommen hat.
Präsentation & Pressegespräch
2. Juni 2026, 10:30 Uhr
Nähe Kneippanlage am Lodenareal am Innufer, Innsbruck
Koordinaten: 47°16’36.8″N 11°25’15.2″E
Link Google-Maps: https://maps.app.goo.gl/nc9qvWTJPhH31XrbA
Die Künstler:innen Kata Hinterlechner und Bosko Gastager (EXPERIMENTAL SETUP), Vertreter:innen des Blinden- und Sehbehindertenverbands Tirol sowie weitere Projektbeteiligte stehen für Gespräche und Interviews zur Verfügung.
Über EXPERIMENTAL SETUP
Das 2018 gegründete Kunst- und Designlabel EXPERIMENTAL SETUP ist eine in Wien und Innsbruck basierte Kooperation von Kata Hinterlechner und Bosko Gastager.
EXPERIMENTAL SETUP versteht sich zugleich als Slogan, Referenz und Handlungsanweisung. Die künstlerische Praxis umfasst klassische Ausstellungsformate, performative Interventionen, Kunst am Bau sowie Design und verbindet Installation, Skulptur, Malerei, Zeichnung und audiovisuelle Medien.
https://www.experimentalsetup.com/
https://www.instagram.com/kollektiv_experimentalsetup/
Über den BSVT
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) vertritt die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen in Tirol und setzt sich für selbstbestimmte Teilhabe in allen Lebensbereichen ein. Neben Beratung und Unterstützung entwickelt der Verband zunehmend kulturelle und öffentliche Formate, die gesellschaftliche Perspektiven auf Wahrnehmung, Barrierefreiheit und Inklusion neu erfahrbar machen.
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