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Überqueren von Straßen (Tipp fur Sehende)

Die goldene Regel beim Umgang mit blinden oder sehbehinderten Menschen lautet: Erst fragen, ob Hilfe benötigt wird, und dann erst anpacken! Die persönliche Freiheit der Betroffenen wird nur so gewahrt. Die Einhaltung dieser Regel bringt aber auch praktischen Nutzen. Stellen Sie sich beispielsweise folgende Situation vor:
Während ich am Gehsteigrand warte, fasst mich jemand am Arm und zerrt mich auf die andere Straßenseite, ohne dass ich auch nur die Stimme des unbekannten „Wohltäters“ gehört habe. Wenn ich dann erkläre, dass ich die Straße nicht zu überqueren wünsche, sondern nur auf die Straßenbahn warte, kann es geschehen, dass der unbekannte Helfer so überrascht ist, dass er mich mitten auf der Straße stehen lässt und einige vage Entschuldigungen stammelt. Es bleibt mir dann nichts anderes übrig, als zu versuchen, mit heiler Haut wieder auf den Gehsteig zurückzukommen. Fragen Sie deshalb: „Darf ich Ihnen beim Überqueren der Straße behilflich sein?“ Ist die Antwort bejahend, dann sagen Sie einfach: „Bitte, nehmen Sie meinen Arm, dann überqueren wir die Straße gemeinsam.“ Lassen sie die blinde oder sehbehinderte Person das Tempo bestimmen. Weisen Sie auf Straßenbahnschienen, Mittelinseln oder Gehsteigkanten hin, falls nötig auch auf Treppen. Sagen Sie bei Treppen auch, ob sie nach oben oder nach unten führen.
Vielleicht braucht eine sehbehinderte Person auch nur die Information, wann die Ampel auf Grün umspringt, damit sie weiß, wann sie losgehen kann.