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Myopie (Kurzsichtigkeit)

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bei kurzsichtigen Menschen sind der Brechwert von Hornhaut und Linse zu hoch oder der Augapfel etwas zu lang. Beim Blick in die Ferne entsteht daher ohne Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen ein unscharfes Netzhautbild. Das scharfe Netzhautbild liegt vor der Netzhaut und muss durch eine Minusbrille zurückversetzt werden.

Stellen Sie sich zum Vergleich einen Diaprojektor vor, bei dem ein Bild nicht scharf auf der Leinwand abgebildet ist. Sie können durch drehen der Optik das Bild scharf stellen. Sie könnten eventuell aber auch die Leinwand nach vorne schieben. Oder Sie könnten eine zusätzliche Linse vor den Projektor schieben und auf diese Weise eine scharfe Abbildung erreichen. Beim Auge kann die „Leinwand“ (= Netzhaut) nicht nach vorne geschoben werden. Auch die Optik des Auges ist nicht in der Lage, ein wegen Kurzsichtigkeit unscharfes Bild scharf zu stellen. Es bleibt für den Fernbereich daher nur die Möglichkeit, eine Minuslinse vor das Auge zu setzen.

Gegenstände, die sich in der Nähe befinden, können in einem bestimmten Bereich je nach Grad der Kurzsichtigkeit und je nach Akkommodationsvermögen scharf gesehen werden. Viele Kurzsichtige machen sich diese Tatsache zunutze, indem sie für die Nähe die Fernbrille (zweckmäßigerweise) abnehmen.

Eine einfache Kurzsichtigkeit (bis ca. – 7 dpt) lässt sich mit Hilfe von Brillen und Kontaktlinsen gut ausgleichen. Bei einer höhergradigen Kurzsichtigkeit besteht jedoch die Gefahr, dass auch Schäden auf der Netzhaut auftreten, die nicht mehr behoben werden können. Durch die längere Augenform kommt es auf der Netzhaut zu Dehnungen, die im schlimmsten Fall zu leichten Einrissen und Gefäßneubildungen führen. AugenärztInnen können dann am Augenhintergrund den nach einem Augenarzt benannten „Fuchs’schen Fleck“ erkennen. Die Netzhautschädigung in Folge von hochgradiger Kurzsichtigkeit wird daher auch „Fuchs’sche Makuladegeneration“ genannt.

Es ist daher wichtig, dass stark kurzsichtige Menschen Schläge auf das Auge (z.B. mit einem Ball) vermeiden und nach Möglichkeit keine schweren Lasten heben.

  • Zunehmende Verminderung der Sehschärfe
  • Eventuell exzentrische Fixation („Blick zur Seite“)