Direkt zum Hauptinhalt

Kontrastsehvermögen

Bei der Messung der Sehschärfe werden ein guter Kontrast und gute Lichtverhältnisse verwendet. Wie im Alltag das Sehvermögen eingesetzt werden kann, hängt aber nicht allein von der Sehschärfe, sondern auch vom Kontrastsehvermögen ab. Wir finden in unserer Umwelt kaum einen maximalen Kontrast vor – und das optimaler Weise auch noch bei guten Lichtverhältnissen. Nur selten begegnet uns wie auf dem Bild rechts eine schwarze Katze im Schnee an einem sonnigen Tag. Damit Sie beispielsweise auf dem Bild auch noch den Schatten der Katze erkennen können, benötigen Sie schon ein gutes Kontrastsehvermögen.

Auch bei diesem Bild ist Ihr Kontrastsehvermögen gefordert: Das Foto wurde am gleichen strahlenden Wintertag aufgenommen. Statt der kontrastreichen schwarzen Katze balgen zwei Hunde mit einem sehr hellen Fell im Schnee. Einer der Hunde mit einem fast weißen Fell hat auf dem Schnappschuss gerade hopsend alle vier Beine eingezogen. Damit man das erkennt, benötigt man jedoch wiederum ein gutes Kontrastsehvermögen.

Sie können die Bedeutung von Kontrasten gut selbst ausprobieren. Legen Sie ein paar Klarsichthüllen übereinander und sehen Sie sich Ihre Umgebung an. Betrachten Sie die beiden obigen Bilder aus der Winterlandschaft. Die Katze werden Sie vermutlich noch erkennen, die Hunde aber nicht und schon gar nicht, was die beiden gerade treiben.

Mit Kontrast werden unterschiedliche Lichteindrücke von nebeneinanderliegenden oder aufeinander folgenden Flächen bezeichnet. Die Kontraste können in unterschiedlichen Leuchtdichten (Helligkeitskontrast) oder unterschiedlichen Farben (Farbkontrast) bestehen.

Ist das Kontrastsehvermögen beeinträchtigt, hat das auch Auswirkungen auf das räumliche Sehen.

Bei der Messung der Sehschärfe werden bei guten Lichtverhältnissen stark kontrastierende Zeichen (schwarz auf weiß) verwendet. Leider finden sich im Alltag nur selten so optimale Bedingungen. Da mit einigen Formen von Sehbehinderung eine Reduktion des Kontrastsehvermögens verbunden ist, überprüfen wir in unserer Beratungsstelle nach Möglichkeit auch das Kontrastsehen. Wir verwenden dazu beispielsweise den SZB-LCS Test, der auf den Landoltringen basiert. Wir messen, um wieviel größer ein Zeichen mit schlechtem Kontrast sein muss, dass es auf der Basis einer bestimmten Sehschärfe noch richtig erkannt werden kann.

Liegt ein reduziertes Kontrastsehvermögen vor, ist es um so wichtiger auf eine gute Beleuchtung zu achten. Da im Alter allgemein die Kontrastsehschärfe abnimmt, sollten Altersheime besonders gut und stark beleuchtet sein. Eine kontrastreiche Gestaltung erleichtert auch Menschen mit Farbfehlsichtigkeit den Alltag. Durch den Einsatz von Kantenfiltern kann in einigen Fällen das vorhandene Kontrastsehen verbessert werden.

In der Optik wird zur Messung von Kontrasten die „optische Dichte“ von zwei Flächen verglichen.