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Keine Rätsel (Tipps für Sehende)

Auf der Straße, im Zug, bei einer Zusammenkunft kann es vorkommen, dass jemand einer blinden Person auf die Schulter klopft und sagt: „Guten Tag, Herr XY, wie geht es Ihnen?“ oder noch ärger: „Raten Sie einmal, wer ich bin?“

Im Allgemeinen haben blinde Menschen ein gutes Stimmengedächtnis, aber von ihnen zu erwarten, dass sie eine Stimme wiedererkennen, die sie nicht oft gehört haben, und dies zu einem Zeitpunkt, wo sie sich auf andere Wahrnehmungen konzentrieren müssen, ist zuviel verlangt. Sind Sie nicht familienangehörig oder eine gute Bekannte bzw. ein guter Bekannter, also jemand, dessen Stimme die blinde Person sofort erkennen kann, sagen Sie unaufgefordert: „Guten Tag, Frau XY, ich bin Z.“

Liegt Ihre letzte Begegnung mit der blinden Person schon längere Zeit zurück oder Ihr Name ist ihr entgangen (man merkt sich leichter Gesichter als einen Namen), geben Sie eine kurze Erklärung, wie: „Sie erinnern sich bestimmt, wir haben uns da und dort schon getroffen.“ Es hat keinen Sinn, Sehbehinderte und Blinde auf dieselbe Weise wie Sehende, etwa mit Kopfnicken oder einer Handbewegung, zu begrüßen. Aber auch blinde Personen freuen sich, wenn sie in alles einbezogen werden und am normalen Leben teilnehmen können. Das Nicken mit dem Kopf oder die Geste mit der Hand ersetzt man durch einige nette Worte: „Guten Tag, Herr X, Frau Y, ich bin der Briefträger!“