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Interview zum Thema digitale Barrierefreiheit

Digitale Barrierefreiheit bedeutet, dass Webseiten, Programme und Betriebssysteme keine Hindernisse bzw. Barrieren bei der Bedienung für Menschen mit Beeinträchtigungen haben.

Interview mit einer betroffenen Frau:

Frage1: Unsere Welt wird immer digitaler. Wir alle nutzen immer mehr digitale Technik, im Alltag und im Beruf. Was bedeutet für dich der Begriff „Digitale Barrierefreiheit“?

Antwort: Digitale Barrierefreiheit bedeutet für mich viel Freiheit und Selbstständigkeit und damit einen wichtigen Schritt Richtung uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben. Assistive Technologien wie Braillezeile und Sprachausgabe ermöglichen mir auch als Blinde, den Computer und das Internet zu nutzen, und damit einen erleichterten Zugang zu Information und Kommunikation. Wesentliche Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass die Webseiten und Dokumente für mich als Blinde auch tatsächlich zugänglich und nutzbar sind, ohne dass diese vorher mühsam angepasst oder formatiert werden müssen.

Frage2: Wie oft bist du im Internet unterwegs und was machst du hauptsächlich online?

Antwort: Computer und Handy sind ein essentieller Bestandteil meines Alltags. Sowohl im Berufsleben wie auch in der Freizeit verwende ich laufend das Internet. So ist es mir möglich, ohne fremde Hilfe zum Beispiel die Nachrichten online zu lesen, den Fahrplan von öffentlichen Verkehrsmitteln abzurufen oder im Online Shop zu stöbern. Ich verwende Musikstreamingdienste wie Spotify, und suche meine Filme und Serien über Netflix aus. Im Berufsleben ist der Computer mein wichtigstes Arbeitsinstrument. E-Books, Websites und Datenbanken bieten mir Zugang zu Information und die Kommunikation erfolgt großteils via E-Mail.

Frage3: Wo speziell treten für dich als Betroffene Probleme beim Surfen auf?

Antwort: Websites, bei denen diverse Standards der Barrierefreiheit nicht berücksichtigt werden, sind generell schwierig: Flash-Animationen oder animierte Texte jeglicher Art, unbeschriftete bzw. nicht gekennzeichnete Links und Schaltflächen, fehlende Textalternativen bei Grafiken oder Captchas um sich registrieren zu können, stellen für mich eine oft anzutreffende Barriere dar. Als Nutzerin mit wenig technischem Hintergrundwissen fällt es mir aber oft schwer abzuchecken, woran es konkret liegt, dass eine Website für mich nicht nutzbar ist.

Frage 4: Blinde Menschen haben andere Anforderungen als stark sehbehinderte Menschen in der digitalen Welt. Wie ist das bei dir?

Antwort: Sind digitale Dokumente richtig gestaltet und werden die Standards des barrierefreien Webdesigns eingehalten, sollten sie sowohl für blinde, wie auch für sehbehinderte Personen nutzbar sein. Für mich ist wichtig, dass die Websites mit dem Screenreader bedienbar sind, Visuelle Formatierungen spielen für mich keine Rolle.

Wir möchten darauf hinweisen, dass von der digitalen Barrierefreiheit und einer hohen Nutzerfreundlichkeit alle Menschen profitieren.

Vielen Dank für das Interview!

Bildschirm mit Aufschrift digitale Barrierefreiheit