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Wenn Sehbehinderte sich einen Kasten wünschen

Wir konnten vor gut zehn Jahren das neue Blinden- und Sehbehindertenzentrum beziehen und einrichten. Dabei haben wir uns Gedanken gemacht, wie die Einrichtungsgegenstände für sehbehinderte und blinde Menschen optimal gestaltet sein sollten. Welche Überlegungen wir dabei etwa für unsere Kästen angestellt haben, wollen wir hier berichten.

 

Zunächst gilt es, die Kästen so sicher wie möglich zu gestalten. Offene Türen, insbesondere in Kopfhöhe, stellen für blinde Menschen eine große Verletzungsgefahr dar. Im Bürobereich setzen wir daher Schiebetüren ein, die überhaupt nicht in den Gehbereich ragen.

Für den Küchenbereich eignen sich Schiebetüren weniger. Sei es beim Ausräumen des Geschirrspülers oder beim Einräumen der Einkäufe ist es oft erforderlich, dass mehrere Türen gleichzeitig geöffnet sind. Wir haben uns daher für Kastentüren entschieden, die nicht zur Seite hin geöffnet, sondern nach oben aufgeklappt werden können.

Für Sehbehinderte stellt die Distanzverringerung eine wesentliche Kompensationsstrategie dar. Durch Nähergehen oder Nähernehmen können wir ein größeres Bild auf unserer Netzhaut erzielen. Bei Kästen kann diese Strategie durch Schubladen erleichtert werden.

Schubladen weisen geöffnet auch bessere Lichtverhältnisse auf als Regale. Und sie verringern die Gefahr, dass etwas versehentlich umgestoßen wird.

Im Bürobereich haben wir besonders auf Helligkeitskontraste geachtet. Die hellen Kästen weisen dunkle Kanten und Griffe auf. Zudem haben wir matte Oberflächen gewählt, sodass es nicht zu Blendung durch Lichtreflexionen kommt.

 

Die gründliche Planung hat sich gelohnt, können wir heute feststellen.

Mann steht vor einem Büro-Kasten mit Ordnern