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Mit blinden und sehbehinderten Kindern die Tierwelt entdecken: So wichtig ist Frühförderung

Innsbruck, 21.8.2010. Der Besuch des Alpenzoos mit blinden und sehbehinderten Kindern ist ein Fixpunkt im Veranstaltungskalender der Pädagogischen Frühförderung des TBSV. Dank der speziellen Führungen der dortigen zoopädagogischen Abteilung unter der Leitung von Mag. Eva Oberauer wird der Besuch für blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besucher zum greifbaren Erlebnis. „Die Kinder können mit allen Sinnen ein Stück Natur begreifen“, erklärt Maria Gandler, Leiterin der Pädagogischen Frühförderung des TBSV.

Die Welt zu entdecken und begreifen zu lernen ist ein wesentliches Element in der Frühförderung blinder und sehbehinderter Kinder. „80 Prozent der Umwelteindrücke nimmt ein Mensch visuell war“, erklärt Gandler. „Bei Babys sind die Seheindrücke sogar ein wesentlicher Motor für die Entwicklung. So beginnen sie ihren Kopf zu heben, weil sie etwas sehen wollen. Blinden und sehbehinderten Kindern muss daher ihre Welt näher gebracht werden.“ Impulse dafür setzen die geschulten Pädagoginnen des TBSV.

Seit fast drei Jahrzehnten ist die Pädagogische Frühförderung des TBSV in ganz Tirol im Einsatz. Die geschulten Pädagoginnen begleiten blinde und sehbehinderte Kinder ab dem dritten Lebensmonat bis zur Einschulung, sowie deren Angehörige. „Im Moment betreuen wir rund 60 Familien in ganz Tirol“, erklärt Obmann Dietmar Graff. Nur rund 60 Prozent aller betroffenen Familien mit blinden und sehbehinderten Kindern sind in Tirol erfasst. „Das bedeutet es gibt viele Familien in Tirol, die unsere Hilfe bräuchten, aber unser Angebot nicht kennen,“ weiß Maria Gandler.

  • Rund 60 Familien werden in Nord- und Osttirol betreut.
  • Die Betreuung erfolgt bei den Familien zu hause, um dort ein möglichst förderliches Umfeld für die Kinder zu schaffen.
  • Mehr als 127.000 Kilometer legen die Frühförderinnen im Jahr mit ihren Dienstwagen zurück.
  • Finanziert wird dieses Angebot mit Geldern von der Sozialabteilung des Landes Tirol, geringen Elternbeiträgen sowie mit Spendengeldern.

Fühförderkinder im Alpenzoo