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Praktikumsberichte

Im Folgenden lesen Sie über Erfahrungen, Kompetenzen und (Berufs-)Wünsche unserer sehensWert Praktikantinnen und Praktikanten.

2016. Mein Name ist Elisa Mattersberger, komme aus Osttirol und bin 17 Jahre alt. Beim Verband hatte ich schon einmal ein Praktikum absolviert. Diesmal war ich wieder für eine Woche hier, weil es mir damals so gut gefallen hatte. Im Büro wurde mir das fachgemäße Telefonieren erklärt. Herr Berndorfer lehrte mir am Computer Neues über den Einsatz von Tastenkombinationen im Internet. Zudem wurden mir ein paar sinnvolle Hilfsmittel vorgestellt. Einmal erzählte mir eine blinde Frau über ihre Erfahrungen und gab mir gute Ratschläge. Doch auch ich beschrieb einer anderen Praktikantin einiges über die Punktschrift und Orientierung. Für ein paar Stunden bekam ich auch Mobilitätstraining. Dazu gehörte das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufen, Orientierungstechniken usw. Praktisch war, dass ich die Möglichkeit hatte im selben Gebäude in einer WG zu wohnen. Die Mitarbeiter waren alle sehr nett und schauten aufeinander. Dass ich in anderen Betrieben so viel profitieren könnte, glaube ich kaum. Ich durfte sehr viel Verschiedenes und Interessantes lernen, sodass mir diese Woche in guter Erinnerung bleiben wird. Besten Dank!

2016. Ich heiße Philipp, bin 35 Jahre und lebe in Innsbruck. Derzeit absolviere ich den Peerberatungslehrgang in Innsbruck. Hier geht es darum dass man danach Menschen mit Behinderung oder Gleichgesinnte gut beraten kann. Der Peerberatungslehrgang geht ein ganzes Jahr von Oktober 2015 bis Oktober 2016. In dieser Zeit sind 8 Module, und zwei Praktikas vorgesehen die in einer Einrichtung der Behindertenhilfe absolviert werden. Mein zweites Praktikum konnte ich beim Blinden- und Sehbehindertenverband in Innsbruck machen. Die Praktikumszeit habe ich tageweise vom 1. Juni bis zum 22.Juni 2016 absolviert. Das Praktikum hat mir sehr gut gefallen. Das Praktikum war sehr spannend und abwechslungsreich. Es waren sehr interessante Informationen dabei, die Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit betreffen, konnte auch die Hilfsmittel kennenlernen und bei Beratungsgesprächen dabei sein. Sehr gut habe ich die Sensibilisierungen gefunden, wo ich zum Beispiel mit einer Dunkelbrille und einem Blindenstock geführt wurde und selbst fühlen konnte wie das sein würde. Es gibt noch viele weitere tolle Erfahrungen die ich meiner Praktikumszeit beim Blinden und Sehbehindertenverband machen konnte. Vielen Dank an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die sehr tolle Praktikumszeit bei euch! Schöne Grüße, Philipp

2015. Das Frühjahr 2015 brachte uns vier engagierte Praktikanten und Praktikantinnen ins Haus. Jede/r mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Ideen und Zukunftsplänen, die den Ablauf des Praktikums bestimmten. Die individuell zugeschnittenen Praktikumsinhalte wurden zudem an die Kreativität, das technische Verständnis oder die Organisationsfähigkeit der einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer angepasst. Recherchen zu Ausbildungen, das Ablegen von Akten, aber auch zu Kochrezepten für die Organisation der Abschiedsfeier, Einkauf und Gestaltung von Blumengestecken als Tischdekoration sind nur einige Beispiele. Die Praktikantinnen und Praktikanten konnten das vielfältige Angebot der Hilfsmittelzentrale kennenlernen und ausprobieren – der Umgang mit dem Langstock, eine sprechende Waage und das Highlight – ein Farberkennungsgerät! Mit dabei waren aber auch Hilfsmittel, die vielleicht an zukünftigen Arbeitsstellen eine Hilfe sein könnten, wie Lupen oder Monokulare. Wichtig war die jeweilige Kompetenzklärung am Computer, um sich der eigenen Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer und all den damit verbundenen Möglichkeiten, bewusst zu werden. Teil des Praktikums ist ein Vorstellungsgespräch bei unserer Mitarbeiterin Fr. Amann, zu dem die Praktikantinnen und Praktikanten einen Lebenslauf und eine Bewerbung mitbringen. Hier können sie die Situation eines Bewerbungsgespräches erfahren, bekommen Rückmeldung und können selbst Fragen dazu stellen.

2014. Paulin absolviert die Ausbildung zum IT-Fachmann an der Odilien Fachschule in Graz. In der Steierischen Landeshauptstadt trainiert er auch Torball und Leichtathletik. Am Wochenende kommt Paulin nach Innsbruck, um sich sozial zu engagieren und im Tiroler Volksmusikverein zu singen und zu tanzen. Seine Ausbildung an der Odilien Fachschule wird Paulin Ende 2016 absolviert haben. „Wenn ich fertig bin, würde ich recht gerne im Hardware-Bereich tätig werden oder ein Ausbildung zum Telefonisten machen“, so der 27jährige gebürtige Kameruner. „Zum BSVT bin ich über eine Beratungsstelle gekommen. Der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol bringt mir sehr viel in meinem Leben. Ich erhalte regelmäßig neue Informationen über Hilfsmittel, Ausbildungen, Veranstaltungen und dergleichen. Eine große Hilfe ist für mich auch die Beratung, die ich hier erhalte. Paulin unterstützt uns im Juli bei seinem Praktikum im BSVT. Er katalogisiert die Bücher in unserer Braille-Bibliothek. Mit den Fingerkuppen fährt er über die erste Seite des Buches und entziffert dabei Autor, Titel, Erscheinungsort und Jahr. Diese Informationen gibt er in die Excel-Tabelle am Computer ein, der ihn mit der Sprachausgabe unterstützt. Seine Betreuerin und Projekt „sehensWert“ Leiterin Carmen Natter und das gesamte BSVT-Team freuen sich, dass Paulin im BSVT ein Praktikum absolviert.

2014. Ali Soltani absolviert im Juli 2014 im Rahmen des Projekts „sehensWert“ ein Praktikum beim BSVT. In seiner Zeit bei uns, wurde er zur Fachkraft in eigener Angelegenheit ausgebildet. Ali kümmert sich darum, dass Computer funktionieren, er unterstützt in administrativen Angelegenheiten und möchte sich zudem im Schreiben von Texten verbessern. Ali besucht an der Odilien Fachschule einen IT-Lehrgang. Er verfügt über eine Sehnervschädigung. Wir freuen uns, dass du da bist!

2014. Samet Kandazoglu absolvierte im Frühjahr 2014 im Rahmen des Projekts „sehensWert“ ein Praktikum beim BSVT. In seiner Zeit bei uns, wurde er zur Fachkraft in eigener Angelegenheit ausgebildet.

2014. Sara Kofler absolvierte im Frühjahr 2014 im Rahmen des Projekts „sehensWert“ ein Praktikum beim BSVT. In dieser Zeit besuchte Sara ebenso ein Berufsorientierungsjahr im SPZ für blinde und sehbehinderte Kinder in Innsbruck. Sara über ihr Praktikum: „Ich habe sehr viel Neues und Spannendes gelernt, das ich auch später im Berufleben umsetzen werde. Ich hatte zwei sehr nette, humorvolle Betreuer. Zu meinen vielfältigen Aufgaben zählte beispielsweise das Sortieren von Geburtstagskarten oder das Trainieren diverser Bewerbungsgespräche und das Kennenlernen verschiedener Hilfmittel. Auch die Arbeit am Computer hat mir gefallen. Ich musste einige Dinge recherchieren. Ich habe die Zeit beim BSVT sehr genossen und freue mich auf das nächste Treffen!“

2013. „Ich möchte später einmal im Pflegebereich arbeiten“, erzählt die 16-jährige Anna-Maria „Super wäre es, wenn ich direkt in meiner Heimatgemeinde in einem Altenheim arbeiten könnte. Meine Ausbildung möchte ich davor aber noch in Innsbruck machen.“ Für die berufliche Zukunft hat Anna-Maria ein klares Ziel. Derzeit besucht sie das Sonderpädagogische Zentrum für Kinder mit Blindheit oder Sehbehinderung. Im Rahmen der Berufsorientierung macht das junge Mädchen, das eine Hornhautverkrümmung hat und stark blendempfindlich ist, ein Praktikum im Rahmen des Projekts sehensWert beim Blinden- und Sehbehinderten-Verband Tiroler (BSVT).

2012. Mein Name ist Anita Budimlic. Ich bin 20 Jahre alt und besuche zur Zeit die zweijährige höhere Berufsfachschule für das Fremdsprachensekretariat an der Carl-Strehl-Schule in Marburg (Deutschland). Die Bezeichnung meiner Ausbildung mag sehr kompliziert klingen. Im Grunde genommen ist das alles nicht so schwer: Nach Abschluss dieser zweijährigen Ausbildung bin ich staatlich geprüfte Fremdsprachensekretärin. Ich kann in Firmen, welche international tätig sind, als Sekretärin in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch eingesetzt werden. In meiner Ausbildung erlerne ich die schriftliche und mündliche Geschäftskommunikation in diesen Sprachen. Diese Ausbildung habe ich gewählt, weil ich zum einen zweisprachig aufgewachsen bin – meine Muttersprache ist bosnisch – und zum anderen schon immer sehr an Sprachen interessiert war. Vom 29. August 2011 bis zum 7. Oktober 2011 absolviere ich mein sechswöchiges Praktikum im Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol als Übersetzerin. Die zu übersetzenden Aufgaben bekomme ich zum Großteil von ÖBSV-Präsident Gerhard Höllerer, aber auch von Mitarbeitern des BSVT, geschickt. Die meisten Dokumente übersetze ich vom Englischen ins Deutsche, manche müssen aber auch vom Deutschen ins Englische übertragen werden. Die Arbeit mit den beiden doch sehr unterschiedlichen Sprachen macht mir viel Spaß und ich merke, dass währenddessen immer wieder neue sprachliche und grammatikalische Herausforderungen auf mich zukommen. Nicht jede Art von Text lässt sich wortwörtlich in die andere Sprache übertragen, und das ist meiner Meinung nach das Spannende an dieser Aufgabe. Aus diesem Praktikum werde ich viele neue Erkenntnisse und Eindrücke sowie ein großes Stück neu gewonnenes Selbstbewusstsein mitnehmen. Diese wichtigen Eigenschaften und meine Kommunikations- und Kontaktfreudigkeit werden mir in meinem nächsten Lebensabschnitt weiterhelfen.

2012. Der 18-jährige Selim absolvierte im Rahmen des Projekts „sehensWert“ ein Praktikum beim BSVT. In seiner Zeit bei uns, wurde er zur Fachkraft in eigener Angelegenheit ausgebildet. Wie funktioniert das Lesegerät? Mit welcher Vergrößerung und mit welchem Kontrast kann ich den Ausdruck am besten lesen? Welche Strategien erleichtern mir meinen Alltag im Büro? Diese und andere Fragen vom stark sehbehinderten Selim werden im dreiwöchigen Praktikum beim Tiroler Blinden- und Sehbehinderten Verband beantwortet. Nach seiner Teil-Lehre zum Bürokaufmann beim Odilien-Institut in Graz absolviert der 18-jährige Selim im Rahmen des Projekts „sehensWert“ ein individuell auf ihn abgestimmtes Praktikum beim TBSV. Im Mittelpunkt stehen dabei die Abklärung seines Sehvermögens, das Vertiefen von bereits gelernten Inhalten und vor allem seine ganz persönlichen Bedürfnisse auch artikulieren zu können. Selim ist einzigartig: Der junge Mann ist aufgeschlossen gegenüber Neuem, er kann gut zuhören und er hat RP. Bei der Erkrankung RP kommt es zu einem zunehmenden Ausfall der Sinneszellen in der Netzhaut. Im Fall von Selim kann man sich das so vorstellen, dass er einen trüben Ring in seinem Sichtfeld hat, der das Sehen massiv einschränkt. Das hat langfristige Auswirkungen auf sein zukünftiges Berufsleben. Aus diesem Grund nützt er nun seine Zeit beim TBSV, herauszufinden welchen beruflichen Weg er in Zukunft einschlagen wird. Begleitet wird Selim vor allem von seinen Praktikums-Betreuerinnen Brigitte Carraro und Carmen Natter: „Neben klassischen Büroarbeiten hat Selim bei uns auch ein Bewerbungstraining absolviert. Nach seinem Praktikum soll er genau wissen, welche Hilfsmittel er für seinen Job benötigt. Einerseits entwickeln wir gemeinsam Strategien um sein Sehvermögen optimal einzusetzen, andererseits soll er offen damit umgehen können, damit er sich für gewisse Arbeiten auch Unterstützung durch Kollegen holt.“

 

Paulin ordnet Bücher in der Braille-Bibliothek

Ali repariert den PC

Vanda arrangiert Blumen

Anita arbeitet am Laptop mit Braillezeile

Selim erhält eine Computerschulung.