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Unerwartete Schutzengel (Tipp fur Sehende)

Alles, was über Blinde und ihrem Streben nach Unabhängigkeit gesagt oder geschrieben wird, führt leicht dazu, dass manche Menschen aus Respekt vor dieser Unabhängigkeit zögern, ihre Hilfe anzubieten, selbst dann, wenn sie einen blinden Mitmenschen auf der Straße, am Bahnhof oder anderswo in Schwierigkeiten sehen.
Einem Schutzengel gleich heften sie sich an seine Fersen, um in einem kritischen Augenblick zu verhindern, dass er mit einem auf seinem Wege liegenden oder stehenden Gegenstand plötzlich in Berührung kommt. Eine gute Absicht, gewiss! Vor allem, weil diese Helfer der Meinung sind, dass der Blinde nichts davon bemerkt.
Alle Sinne der sehbehinderten oder blinden Person sind hellwach, um mit ihnen das fehlende Augenlicht auszugleichen. Das Gehör spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bald bemerkt die blinde Person doch, dass sie einen „Schutzengel“ hinter sich hat. Das stört sie, macht sie nervös, und die gutgemeinte Hilfe kommt dadurch eigentlich nicht zu ihrer Wirkung. Zögern Sie deshalb nie, Ihre Hilfe liebenswürdig anzubieten. Spielen Sie aber auf keinen Fall die Rolle des „Schutzengels“.