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„fein gefühlt“ im Tiroler Landesmuseum

9. April 2018

Die Kooperation zwischen BSVT und den Tiroler Landesmuseen für inklusive Kulturvermittlung geht in eine weitere Runde. In den Ur- und Frühgeschichtlichen und provinzialrömischen Sammlungen des Ferdinandeums findet wieder die Führung „fein-gefühlt“ statt.

Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn archäologische Objekten aus fünf Jahrtausenden von Hand zu Hand gehen. Zu Beginn wird die Kleingruppe von max. zehn Personen in den Ausstellungsbereich geführt. Auf dem Weg dorthin können sich sehende Menschen mit Dunkelbrille und Blindenstock vertraut machen. Die Kulturvermittlerin beschreibt die Ausstellungsstücke mit Worten. Anschließend nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rund um einen Tisch Platz, auf dem Originalobjekte von der Jungsteinzeit bis in die Römerzeit darauf warten, entdeckt zu werden. Die Gruppe ist eingeladen, die jahrtausendealten Gegenstände zu ertasten, sich über ihre haptischen Erlebnisse auszutauschen und den Informationen der Kulturvermittlerin zu lauschen. Vertiefende Informationen zu den Objekten und die Einbindung in die Schausammlung sind Teil der Veranstaltung.

Das Besondere an der Führung ist, dass sie sich nicht nur an blinde und sehbehinderte Personen richtet, sondern auch zur Sensibilisierung für Sehende konzipiert wurde. Mit Dunkelbrille und Blindenstock ausgerüstet, können sich sehende Besucherinnen und Besucher in die Welt blinder und sehbehinderter Menschen einfühlen.

13. April,  14. September und 16. November 2018 jeweils um 15 Uhr.

Eintritt + € 2 Führungsbeitrag.

Für blinde und sehbehinderte Menschen mit Behindertenausweis ist der Eintritt ins Ferdinandeum frei, + € 2 Führungsbeitrag.

Begleitpersonen sind komplett frei.

„Fein-gefühlt“ kann von Gruppen auch auf Anfrage gebucht werden (Führungspauschale € 70 zuzüglich Eintritt).

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Museumstraße 15, 6020 Innsbruck

Telefon +43 512 594 89-111 oder E-Mail an anmeldung@tiroler-landesmuseen.at

BSVT-Obmann Klaus Guggenberger: „Der BSVT steht für eine gleichberechtigte und inklusive Gesellschaft. Wir wünschen uns, dass blinde und sehbehinderte Menschen barrierefreien Zugang zu Kunst und Kultur haben. Die Tiroler Landesmuseen arbeiten aktiv daran, uns Betroffenen den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Jetzt noch in vereinzelten Ausstellungsbereichen, hoffen wir, dass auch weiterhin in die direkte Erlebbarkeit von Ausstellungsstücken und Werken investiert wird. Wir freuen uns, dass die Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen im Ferdinandeum ihre Fortsetzung findet.“

Sehbehinderte Personen können Jahrtausende alte Gegenstände erfühlen. Credit: Wolfgang Lackner