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Welt-Braille-Tag: Sechs Richtige für blinde Menschen!

Innsbruck, 4.1.2020. Der 4. Jänner ist der Welttag der Brailleschrift. Seit 2001 wird anlässlich des Geburtstags ihres Erfinder Louis Braille (4.1.1809) aufgeklärt, was hinter der Brailleschrift steckt.

Die Punktschrift (Blindenschrift, Brailleschrift) ermöglicht blinden Menschen die Teilnahme an der schulischen und beruflichen Bildung, sie erhöht die Selbständigkeit und ist Basis für die elektronische Kommunikation. Doch auch viele hochgradig sehbehinderte Menschen erkennen in der Punktschrift eine sinnvolle Ergänzung zur Arbeit mit Vergrößerungen.

Der Franzose Louis Braille entwickelte im Jahr 1825 ein System aus sechs erhabenen Punkten, das 64 verschiedene Variationen zulässt. Es können aber nicht nur Sprachen, sondern auch Musiknoten, Zahlen, Strickmuster oder chemische Formeln mit erhabenden Punkten, die ertastet werden, dargestellt werden.

Blindenschrift: Zugang zu Bildung für blinde Menschen

Die Verbreitung der Brailleschrift beendete den Analphabetismus unter blinden Menschen und eröffnet gleichzeitig Zugang zur Bildung. Heute verwenden viele blinde Menschen sprechende Hilfsmittel, wie zum Beispiel Sprachausgabeprogramme an Computern. Doch nach wie vor hat die Brailleschrift enorme Bedeutung für blinde Menschen.

Das Beherrschen der Brailleschrift ist eine wichtige Voraussetzung für die berufliche Integration blinder Menschen. Für die Darstellung von Texten am PC, wird eine Braillezeile verwendet. Durch zwei zusätzliche Braillepunkte pro Zeichen sind 256  Kombinationen möglich.

Auch im Alltag begegnet allen Menschen immer wieder die Brailleschrift: Sei es auf Arzneimittelverpackungen, einzelnen Lebensmitteln oder im öffentlichen Raum.

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Tirol (BSVT) organisiert in regelmäßigen Abständen Blindenschriftkurse für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Die Basis stellt dabei die „Vollschrift“ dar, bei der weithin je ein Punktschriftzeichen für einen Buchstaben oder Satzzeichen steht. Die weiterführenden Kurzschriftkurse ermöglichen ein beschleunigtes Tempo beim Arbeiten mit Blindenschrift und eröffnen Zugang zu weiteren Angeboten an Literatur in Punktschrift.

Hände lesen Brailletext